Was kostet ein Gaming-PC 2026? Der ehrliche Preis-Leitfaden

Du willst wissen, was du 2026 für einen vernünftigen Gaming-PC einplanen musst. Die kurze Antwort: für 1080p-Gaming rund 1.100 bis 1.300 Euro, für 1440p etwa 1.800 bis 2.200 Euro, für 4K ab 3.000 Euro aufwärts. Das ist deutlich mehr als noch vor zwei Jahren – und der Grund dafür liegt nicht bei der Grafikkarte, sondern beim Speicher.

Warum die Preise so stark gestiegen sind

Seit Anfang 2026 herrscht eine globale Speicherkrise. KI-Rechenzentren binden einen Großteil der DRAM- und NAND-Produktion, und Samsung, SK Hynix und Micron liefern lieber hochmargigen Serverspeicher als günstige Consumer-Riegel.

Die Zahlen sind heftig: Laut PC Games Hardware haben sich DDR5-Kits seit Juli 2025 um mehr als 300 Prozent verteuert, DDR4 um rund 250 Prozent. Ein 32-GB-Kit, das im Sommer 2025 unter 100 Euro kostete, liegt heute je nach Modell zwischen 280 und 450 Euro.

Grafikkarten trifft es doppelt, weil GDDR6 und GDDR7 aus denselben Werken kommen. Nvidia hat den Super-Refresh der RTX-50-Serie auf unbestimmte Zeit verschoben und rechnet damit, dass Grafikkarten bis 2027 knapp bleiben. Auf Entspannung zu warten ist deshalb keine Strategie.

Einstiegsklasse: rund 1.200 Euro für 1080p

Komponente Beispiel Preis
CPU Ryzen 5 9600X ca. 180 €
Mainboard B650 ca. 130 €
RAM 16 GB DDR5-6000 ca. 160 €
Grafikkarte RX 9060 XT 16 GB ca. 350 €
SSD 1 TB NVMe Gen 4 ca. 140 €
Netzteil 650 W 80+ Gold ca. 80 €
Gehäuse + Kühler ca. 105 €
Summe ca. 1.145 €

Damit spielst du in Full HD auf hohen Einstellungen flüssig. Zum Vergleich: Ein gleichwertiges System kostete 2024 etwa 800 Euro. Wer 32 GB RAM will – und das ist inzwischen der sinnvollere Wert – landet bei rund 1.300 Euro.

Mittelklasse: rund 2.000 Euro für 1440p

Komponente Beispiel Preis
CPU Ryzen 7 7800X3D ca. 350 €
Mainboard B650E / X870 ca. 180 €
RAM 32 GB DDR5-6000 CL30 ca. 320 €
Grafikkarte RX 9070 XT 16 GB ca. 670 €
SSD 2 TB NVMe Gen 4 ca. 230 €
Netzteil 750 W 80+ Gold ca. 110 €
Gehäuse + Kühler ca. 170 €
Summe ca. 2.030 €

Das ist der Sweet Spot für die meisten Spieler. Die RX 9070 XT liefert derzeit eines der besten Verhältnisse aus Leistung, VRAM und Preis. Wer Raytracing wichtiger findet, nimmt stattdessen eine RTX 5070 Ti und zahlt etwa 200 Euro mehr.

Oberklasse: ab 3.000 Euro für 4K

Hier explodiert die Rechnung. Eine RTX 5080 liegt bei rund 1.250 Euro, dazu ein 9800X3D oder 9850X3D für 450 bis 550 Euro – zusammen mit dem Rest landest du bei etwa 3.000 bis 3.200 Euro.

Die RTX 5090 ist ein eigener Fall: Sie wird aktuell zwischen 3.000 und 4.100 Euro gehandelt, weit über der ursprünglichen Empfehlung. Ein Komplettsystem damit kostet locker 5.500 Euro. Für Gaming ist das kaum zu rechtfertigen.

Wo du sparen darfst – und wo nicht

Sparen kannst du bei:

  • PCIe Gen 5 bei SSDs. Beim Spielen bringt Gen 5 praktisch nichts. Eine gute Gen-4-SSD reicht völlig.
  • RAM-Geschwindigkeit. DDR5-6000 CL30 ist der Sweet Spot. Teurere Kits bringen im Spiel wenige Prozent.
  • CPU-Oberklasse. Sechs bis acht schnelle Kerne genügen fürs Gaming. Zwölf oder sechzehn Kerne lohnen nur, wenn du nebenbei streamst oder renderst.
  • Massenspeicher. Eine 4-TB-HDD für 80 Euro ist unelegant, aber für Spielebibliotheken völlig ausreichend.

Nicht sparen solltest du bei:

  • VRAM. Grafikkarten mit nur 8 GB sind 2026 keine sinnvolle Investition mehr. ComputerBase empfiehlt mindestens 12 GB, besser 16 GB. Genau die 8-GB-Modelle sehen auf dem Preisschild aber am attraktivsten aus.
  • Netzteil. Ein billiges Netzteil kann teure Hardware mitnehmen. 80+ Gold von einem bekannten Hersteller, lieber 100 Watt Reserve.
  • Airflow. Ein schönes Gehäuse mit Glasfront und zwei Lüftern kostet dich Takt und Lebensdauer.

Fertig-PC oder selbst bauen?

Diese Frage muss man 2026 neu beantworten. Weil RAM und SSDs so teuer geworden sind, ist der Eigenbau nicht mehr automatisch günstiger – Komplettsystem-Anbieter kaufen im Volumen ein und geben Teile des Vorteils weiter.

Die Faustregel: Wenn du basteln willst, bau selbst und zahl den Aufpreis bewusst. Wenn du einfach nur spielen willst, rechne ein gutes Komplettangebot ernsthaft gegen. Achte dabei besonders auf Netzteil und RAM-Menge – dort wird bei Fertig-PCs am häufigsten gespart.

Fazit

Ein brauchbarer Gaming-PC kostet 2026 etwa 30 bis 40 Prozent mehr als 2024. Warten hilft nicht: Analysten von TrendForce und Gartner erwarten eine Entspannung frühestens ab Ende 2027. Wenn du jetzt einen Rechner brauchst, kauf jetzt – aber kauf bewusst, mit genug VRAM und ohne Geld in Komponenten zu stecken, die dir beim Spielen nichts bringen.


Alle Preise sind Straßenpreise von Juli 2026 und schwanken derzeit stark. Prüfe vor dem Kauf den aktuellen Stand.