Du fragst dich, wie viel Arbeitsspeicher dein Gaming-PC braucht. Die kurze Antwort: 32 GB DDR5-6000 CL30 sind 2026 der Standard. 16 GB funktionieren noch, geraten aber zunehmend an ihre Grenzen. Der Haken an dieser Empfehlung ist der Preis – und der hat sich seit letztem Jahr dramatisch verändert.
Erst die schlechte Nachricht: die Preise
Seit Anfang 2026 herrscht eine globale Speicherkrise. KI-Rechenzentren binden den Großteil der DRAM-Produktion, und die Hersteller liefern lieber teuren Serverspeicher als günstige Riegel für Spieler.
Laut PC Games Hardware haben sich DDR5-Module seit Juli 2025 um mehr als 300 Prozent verteuert. Ein 32-GB-Kit, das im Sommer 2025 unter 100 Euro kostete, liegt heute zwischen 280 und 450 Euro. DDR4 ist mit rund 250 Prozent Aufpreis ebenfalls kein Schnäppchen mehr – die alte Ausweichstrategie „dann nehme ich eben die ältere Plattform“ funktioniert also nur noch begrenzt.
TrendForce und Gartner erwarten eine Entspannung frühestens ab Ende 2027. Wenn du RAM brauchst, wartest du also nicht sinnvoll ab.
16 GB: geht noch, wird aber eng
Für reines Full-HD-Gaming ohne viel im Hintergrund reichen 16 GB in den meisten Titeln weiterhin aus. Das Problem sind nicht die Spiele allein, sondern das, was nebenher läuft: Browser mit zwanzig Tabs, Discord, Spotify, Overlay-Software, Launcher.
Sobald der Arbeitsspeicher voll ist, lagert Windows auf die SSD aus. Das führt nicht zu niedrigeren Durchschnitts-FPS, sondern zu Rucklern und Nachladepausen – genau der Art von Problemen, die man beim Benchmarken übersieht und beim Spielen sofort merkt.
Fazit: 16 GB sind das Minimum, nicht die Empfehlung. Wenn dein Budget hart begrenzt ist, ist es besser, mit 16 GB zu starten und später aufzurüsten, als bei der Grafikkarte zu sparen.
32 GB: die richtige Wahl
32 GB sind 2026 der Sweet Spot, und zwar aus drei Gründen:
- Du hast Reserve für Hintergrundprogramme und Multitasking
- Moderne Engines nutzen mehr Speicher, wenn er verfügbar ist
- Der Aufpreis ist einmalig, während die Alternative ein zweiter Kauf zu ebenfalls hohen Preisen wäre
Kaufe grundsätzlich ein Kit aus zwei Riegeln, nicht vier. Zwei Module laufen im Dual-Channel-Betrieb, belasten den Speichercontroller weniger und lassen sich höher takten. Vier Riegel bereiten auf AM5 regelmäßig Stabilitätsprobleme.
64 GB: nur für Spezialfälle
Fürs Spielen bringen 64 GB praktisch nichts. Sinnvoll wird das erst, wenn du parallel Videos schneidest, mit großen Datensätzen arbeitest, virtuelle Maschinen betreibst oder lokale KI-Modelle laufen lässt. Bei den aktuellen Preisen ist das eine sehr teure Vorratshaltung.
Geschwindigkeit und Timings
Hier wird oft zu viel Geld ausgegeben.
Für AMD AM5 (Ryzen 7000/9000): DDR5-6000 mit CL30 ist der Sweet Spot. Das entspricht dem optimalen Verhältnis zwischen Speichertakt und Infinity Fabric. Schnellere Kits bringen im Spiel meist nur ein bis drei Prozent und kosten deutlich mehr.
Für Intel Core Ultra: Hier lohnt etwas mehr Takt. DDR5-6400 bis DDR5-7200 mit CL32 bis CL36 bringt messbare Vorteile.
Faustregel: Kapazität vor Geschwindigkeit. 32 GB DDR5-5600 sind besser als 16 GB DDR5-7200.
Der Fehler, den fast alle machen
Neu gekaufter RAM läuft nach dem Einbau nicht automatisch mit der beworbenen Geschwindigkeit. Standardmäßig taktet er mit dem JEDEC-Basiswert, oft DDR5-4800.
Du musst im BIOS das passende Profil aktivieren – EXPO bei AMD, XMP bei Intel. Das ist ein Klick und kann je nach Spiel zweistellige Prozentwerte an Leistung bringen.
Wenn du einen Fertig-PC gekauft hast: unbedingt prüfen. Es ist erstaunlich häufig nicht aktiviert.
Lohnt der Umstieg von DDR4 auf DDR5?
Aktuell: eher nicht. Wenn du auf einem AM4-System mit DDR4 sitzt und zufrieden bist, bleib dabei. Ein Plattformwechsel bedeutet neues Mainboard, neue CPU und neuen RAM – und alle drei Komponenten sind gerade teuer.
Sinnvoller ist es, gezielt die Grafikkarte oder die SSD zu tauschen und die Plattform noch ein bis zwei Jahre weiterlaufen zu lassen.
Fazit
32 GB DDR5-6000 CL30 als Zweier-Kit, EXPO im BIOS aktivieren, fertig. Wenn das Budget nicht reicht, starte mit 16 GB – aber spare nicht an der Grafikkarte, um mehr RAM zu kaufen.
Und rechne nicht damit, dass es bald billiger wird. Wer jetzt Arbeitsspeicher braucht, kauft ihn besser jetzt.
Preise Stand Juli 2026. Der Markt ist derzeit volatil – prüfe vor dem Kauf den aktuellen Stand.